Agnes Dieckmann

Sie haben Fragen zum Stromwechsel? Ich beantworte sie gerne

Agnes Dieckmann
agnes@urgewald.de
urgewald e.V.
Von-Galen-Straße 4
D-48336 Sassenberg
Tel. 02583-9189931
Fax 02583-4220

Ich freue mich

Fragen zum Thema Stromwechseln, zum Strommarkt und zur Stromlieferung werden uns immer wieder gestellt. Einige davon möchte ich hier vorstellen und beantworten:

Preissteigerungen hat es in den letzten Jahren immer wieder gegeben und zwar bei allen Stromanbietern. Die Ökostromanbieter machen da keine Ausnahme, weder im positiven noch im negativen Sinn. Preislich bewegen sich die empfohlenen Ökostromanbieter im mittleren Marktsegment. Sicherlich gibt es günstigere Anbieter. Vergleichen Sie gut: Wird Vorauskasse verlangt? Wie lange binden Sie sich?

Die meisten Verbraucher sind jedoch im "Standard-Tarif" ihres Grundversorgers - meistens die teuerste Variante. In vielen Fällen kann man beim Wechsel zu Ökostrom sogar sparen.

Die vier empfohlenen Ökostromanbieter haben keine oder nur eine kurze Mindestvertragslaufzeit (maximal drei Monate). Wenn Sie nicht zufrieden sind, können Sie also jederzeit wieder wechseln. Stiftung Warentest hat allerdings festgestellt: Ökostromkunden sind zu einem besonders hohen Prozentsatz zufriedene Kunden.

Und bedenken Sie: Der Stromwechsel ist auch eine politische Entscheidung und sollte nicht nur eine Frage des Geldes sein.

Aus vielen Gesprächen kenne ich dieses Argument: "Der Strom der aus der Steckdose kommt, ist doch immer und überall gleich." Das stimmt und diese Tatsache verunsichert viele Menschen. Tatsächlich speisen alle Stromerzeuger ihren Strom in das gleiche System ein. Man spricht gerne von einem großen Stromsee. Aus diesem fließt der Strom in die Haushalte. Den Unterschied beim Ökostrom findet man daher nicht in der Steckdose, sondern dort, wo der Strom produziert wird: Mein Strom als Ökostrom-Kunde wird umwelt- und klimaschonend produziert.

Bei der Erzeugung macht es einen großen Unterschied, aus welcher Energiequelle der Strom kommt. Wind, Wasser und Sonne sind saubere Energiequellen, Kohle und Atom belasten und gefährden Umwelt und Menschen. Fossile Brennstoffe sind nur noch begrenzt vorhanden, erneuerbare Energien unendlich verfügbar.

Und – gut zu wissen: Die Erneuerbaren haben Vorfahrt! Das EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz) macht es möglich: Zuerst wird der Strom aus den Windparks, den PV-Anlagen und den Wasserkraftwerken in den Stromsee gespeist, alle anderen Energiequellen werden nachrangig angezapft. Je mehr Haushalte zu einem Ökostromanbieter wechseln, desto sauberer wird der See.

Ich kann Sie beruhigen - keinerlei technische Veränderungen! Sie bekommen keine neuen Leitungen gelegt. Strom wird nicht vom Ökostromanbieter direkt in den Privathaushalt geliefert. Alle Erzeuger speisen den produzierten Strom in das Netz ein – in den sogenannten Stromsee. Jetzt wird der Strom an die Haushalte verteilt. Alle Stromanbieter auf dem deutschen Markt - das sind mehr als 900 kleine und große Unternehmen – nutzen die in Deutschland vorhandene Infrastruktur.

Ihr örtlicher Grundversorger, das kann ein Stadtwerk sein, oftmals ist es einer der großen vier Stromkonzerne, ist in Besitz der Leitungen die zu ihrem Haus führen und auch des Zählers der bei Ihnen eingebaut ist. Ihr neuer Ökostromanbieter schließt beim zustande kommen eines neuen Vertrags mit dem Grundversorger einen so genannten „Netznutzungsvertrag“ ab und zahlt dann an den Besitzer, z.B. das örtliche Stadtwerk für die Nutzung die sogenannte „Durchleitungsgebühr“.

Der Netzbetreiber ist gesetzlich verpflichtet, für den ordnungsgemäßen Betrieb des Netzes zu sorgen und den Anschluss ihres Hauses zu gewährleisten. Er ist also zuständig, wenn es zum Beispiel Probleme mit dem Zähler gibt. Dafür erhält er auch die Gebühr.

Diese Frage läst sich ganz einfach beantworten: Ja. Wenn Sie eine eigene Stromrechnung bekommen, können Sie den Stromanbieter wechseln. Seit der Liberalisierung des Strommarktes 1998 hat jeder Stromkunde das Recht seinen Stromanbieter selbst zu wählen.

Die Ökostromanbieter zeigen seit Jahren, dass sie die wachsende Zahl ihrer Kunden zuverlässig mit Ökostrom versorgen können. Die Vorstellung, dass alle Mitglieder eines Vereins auf Ökostrom umstellen, ist sehr schön und kein Problem! Die Erfahrung zeigt, dass es eher unwahrscheinlich ist, dass ganz Deutschland von heute auf morgen auf Ökostrom umsteigt. Nach über 10 Jahren im liberalisierten Wettbewerb sind noch nicht einmal 5% aller Haushalte Ökostrom-Kunden. Bisher musste noch kein Kunde abgewiesen werden, weil nicht genügend Ökostrom zu Verfügung steht. Also keine Angst. Sie überfordern den Markt nicht – wechseln Sie mit gutem Gewissen.

Mit jedem neuen Ökostromkunden entstehen Neuanlagen im Bereich der Erneuerbaren Energien, die umweltverträglich Strom produzieren. Auch der Ökostrommarkt unterliegt dem wirtschaftlichen Grundprinzip des Angebots und der Nachfrage und in letzter Konsequenz müssen Atom- und Kohlekraftwerke auf Dauer vom Netz gehen.

Neue Studien zeigen, dass wir unseren Strombedarf mit einem innovativen dezentralen Netzwerk zu 100% über Erneuerbare Energien abdecken können. Nachzulesen ist das u.a. unter www.kombikraftwerk.de. Wenn viele Menschen zu einem Ökostromanbieter wechseln, erreichen wir dieses Ziel schneller, denn es fließt mehr Geld in den Bau von neuen Anlagen. Auf Dauer erreichen wir damit mehr Wettbewerb auf dem Strommarkt und auf lange Sicht gerechtere Strompreise.

Egal welcher Anbieter Sie mit Strom versorgt, Sie bekommen auch nach dem Wechsel zuverlässig und ohne Unterbrechung Strom. Die Versorgungsqualität und -sicherheit ist ohne Einschränkung weiterhin gewährleistet, denn der örtliche Netzbetreiber ist gesetzlich zu einer lückenlosen Stromversorgung verpflichtet.

Die bundesweite Stromversorgung funktioniert wie ein großes Netzwerk. Der Strommarkt ist so strukturiert, dass immer genügend Strom für alle Verbraucher zur Verfügung stehen muss. Wenn es Engpässe gibt, wie zum Beispiel in NRW vor ein paar Jahren durch Schnee und Eis verursacht, kann der Stromausfall jeden Haushalt treffen. Das Unwetter sucht sich nicht nur die Ökostromkunden aus, es verschont sie aber auch nicht.

Stadtwerke sind tatsächlich unter bestimmten Umständen unterstützenswert. Wenn Ihr Stadtwerk eigenständig ist, selbst Strom produziert und den Bau von dezentralen, effizienten und innovativen Kraftwerken vorantreibt, sollten Sie Ihren kommunalen Versorger unterstützen. Es lohnt sich auf jeden Fall den örtlichen Anbieter, seine Zukunftspläne und Investitionspolitik zu prüfen.

Die meisten Stadtwerke sind jedoch anteilig in der Hand der großen Konzerne, kaufen einen großen Teil des Stromes von der Börse oder direkt bei den Monopolisten ein. Wenn Sie Ihren Strom weiter bei diesen Stadtwerken einkaufen, landet nach wie vor ein Teil Ihres Geldes bei den großen Konzernen.

Unsere Kampagne Alle gewinnen. Stromwechseln hilft. ist eine bundesweite Kampagne. Deshalb empfehlen wir nur Ökostromanbieter, die auch bundesweit verfügbar sind. Regional mag es einzelne „echte“ Ökostromanbieter geben. Jeden Anbieter zu prüfen ist uns im Rahmen der Kampagne nicht möglich. Die vier von uns empfohlenen Ökostromanbieter werden von auch einem breiten Bündnis der wichtigsten deutschen Umwelt- und Verbraucherorganisationen empfohlen.

Auf gar keinen Fall. Das erledigt alles Ihr neuer Ökostromanbieter. Der Wechsel ist so einfach, weil Ihr neuer Ökostromanbieter die Kündigung und alle weiteren Schritte für Sie übernimmt.

Der Ökostromanbieter wird Sie nach kurzer Zeit als Neukunden begrüßen. Wundern Sie sich nicht, wenn es dann noch 6 bis 8 Wochen dauert, bis Sie mit Ökostrom beliefert werden können. Manchmal sogar noch länger. Das hängt mit den Kündigungsbedingungen bei Ihrem momentanen Stromversorger zusammen. Wichtig ist, dass Sie Ihre Zählernummer angeben. Sie finden Ihre Zählernummer auf ihrem Stromzähler und auf Ihrer letzten Stromrechnung. Der neue Vertrag sollte vor allem bei Ehepaaren mit unterschiedlichen Nachnamen und bei WGs auch von demjenigen unterschrieben sein, der den Altvertrag abgeschlossen hat.

Sollte es Probleme geben, Ihr alter Stromanbieter Sie z.B. nicht gehen lassen will, setzen Sie sich mit Ihrem neuen Ökostromanbieter und mit uns in Verbindung.

Ja! Jeder Haushalt, der bei einem der großen Energiekonzerne kündigt, entzieht diesem Geld und damit auch Einfluss. Mit dem Wechsel zu einem Ökostromanbieter befördern Sie eine dezentrale und nachhaltige Energieerzeugung. Ihr Geld wird in neue Anlagen im Bereich der Erneuerbaren Energien investiert. Mit Ihrem Wechsel entscheiden Sie sich für saubere Energie und das ist für die meisten direkt ein gutes Gefühl.

Diese Behauptung ist zwar falsch, hält sich aber standhaft. Richtig ist: Nach etwa 1,5-7 Jahren ist die bei der Herstellung eingesetzte Energie amortisiert. PV-Anlagen produzieren nach 20 Jahren immer noch mindestens 80% der ursprünglichen Anfangsleistung. Die Technologie existiert schon Jahrzehnte. Frühe Anlagen zeigen, dass Module auf jedem Fall über 30 Jahre halten können und Ertrag bringen.

Im Moment bringt uns die Unterstützung der Erneuerbaren Energien eine weltweit führende wirtschaftliche Rolle in den Bereichen Solarenergie, Windkraft und Biomasse. Dadurch sind deutschlandweit in diesem Bereich über 250.000 hochwertige Arbeitsplätze entstanden. Das stärkt den Wirtschaftsstandort Deutschland. Erneuerbare Energien sind die Energie der Zukunft.

Selbstverständlich können Sie trotzdem Ihren Stromanbieter wechseln. Die Netzbetreiber "verteilen" lediglich das Geld, das über das Erneuerbaren Energien Gesetz (EEG) eingenommen wird - Sie erhalten Ihre Einspeisevergütung zwar vom Netzbetreiber, bezahlt wird diese aber von allen Stromkunden.

Grundsätzlich ja - alle von uns empfohlenen Ökostromanbieter liefern auch Strom für Nachtspeicherheizungen und Wärmepumpen. Der Nachtstromtarif der örtlichen Stromanbieter ist meistens sehr günstig. Die Ökostromanbieter können in der Regel keinen so günstigen Tarif anbieten.

Mein Tipp: Wenn Sie 2 Zähler haben, können Sie die Nachtspeicherheizung oder Wärmepumpe über einen Extrazähler abrechnen und für den Haushaltstrom einen Ökostromanbieter wählen.

Damit AKW´s überhaupt laufen können benötigen sie Uran. Uranabbau, Uranerzaufbereitung und Urananreicherung verursachen erhebliche Mengen des klimaschädlichen Treibhausgases CO2. Deswegen hat Atomstrom schon heute eine schlechtere CO2-Bilanz als Strom aus Windkraft und kleinen gasbetriebenen Blockheizkraftwerken. Die CO2-Bilanz wird in den nächsten Jahren noch schlechter ausfallen. Uranvorkommen mit hohem Urangehalt im Erz werden immer geringer. Zukünftig muss mehr fossile Energie für den Uranabbau eingesetzt werden.

Die Gewinnung und Verarbeitung von Uran ist nicht nur extrem umweltbelastend. Sie verletzt in vielen Ländern die Rechte indigener Völker z.B. in Kanada, USA, Australien und aber auch der Bevölkerung in Namibia, Niger oder Kasachstan wo Uran abgebaut wird. Diese dreckige Seite der Atomkraftnutzung wird gerne totgeschwiegen.

Für echten Klimaschutz brauchen wir einen Umbau des gesamten Energiesystems, weg von den großen, zentralen, ineffizienten Kraftwerken, hin zu dezentralen, erneuerbaren und effizienteren Energiequellen. AKWs, die weiterlaufen, weil sie abgeschrieben und damit Gelddruckmaschinen für die Energiekonzerne sind, verhindern neue Investitionen in innovative Energiesysteme von Seiten der Konzerne. Der Neubau von AKWs würde Unsummen Geld verschlingen, Geld, das für den Umbau des Energiesystems fehlen würde.

Das Klimaargument nutzen die Energiekonzerne vor allem, um Akzeptanz in der Bevölkerung herzustellen und um neue Subventionen für die Atomenergie zu gewinnen. Wie wenig den Großkonzernen tatsächlich am Klimaschutz liegt, sieht man daran, dass alle großen Energieversorger Kohlekraftwerke betreiben und den Bau von Neuen planen. Der immense CO2-Ausstoß dieser Kraftwerke sorgt die Konzerne offensichtlich wenig.