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Prävention gegen Frauenhandel

TERRE DES FEMMES
Christa Stolle
Brunnenstr. 128
13355 Berlin
Tel. 030/405046990
info@frauenrechte.de
http://www.frauenrechte.de/
Überlebende von Tschernobyl
Prävention gegen Frauenhandel

500.000 Frauen und Mädchen zwischen 18 und 25 Jahren werden in Europa in die Prostitution gezwungen. Laut dem Bundeskriminalamt in Wiesbaden stammen die meisten Opfer von Menschenhandel in Deutschland aus den mittel- und osteuropäischen Staaten. Insbesondere Weißrussland ist einer der Hauptumschlagplätze des modernen Sklavenhandels geworden. Die Umsätze von Menschenhandel übersteigen mittlerweile weltweit die Erlöse des Drogengeschäfts. Junge Frauen und Mädchen werden zur Prostitution gezwungen und genötigt, den unseriösen Heiratsmarkt zu bedienen.
Aus diesem Grund fördert TERRE DES FEMMES die Frauenberatungsstelle Malinowka von der Stiftung „Den Kindern von Tschernobyl“ in Weißrussland. Das Projekt in der weißrussischen Hauptstadt Minsk hat sich seit 2000 die Prävention gegen Frauenhandel zur Aufgabe gemacht.
Malinowka ist ein typischer Stadtbezirk von Minsk: aus dem Boden gestampfte Wohnsilos, keine Infrastruktur, keine Perspektiven für die BewohnerInnen. Etwa 80.000 Menschen leben dort, die nach dem verheerenden Reaktorunfall von Tschernobyl obdachlos geworden sind und aus den verstrahlten Gebieten umgesiedelt wurden. Für die meisten Menschen aus Malinowka gibt es weder Arbeit noch eine Zukunftsperspektive. Hinzu kommt, dass sich viele den neuen Lebensbedingungen nicht anpassen können und aufgrund des traumatischen Erlebnisses der Umsiedlung psychologische Hilfe benötigen. Doch soziale Einrichtungen für Kinder, Jugendliche und ältere Menschen fehlen. In dieser Situation hoffen viele junge Frauen, ihre Lage durch einen Job im Ausland zu verbessern. Zusätzlich locken Zeitungsinserate und geschickte Anwerber mit verheißungsvollen Angeboten, als Au-Pair oder als Aushilfe im „goldenen Westen“ zu arbeiten. Stattdessen geraten sie jedoch allzu schnell in die immer dichter werdenden Netze der Menschenhändler.

Die Beratungsstelle Malinowka engagiert sich gegen den internationalen Frauenhandel und gegen Gewalt an Frauen. Um zu verhindern, dass Mädchen und Frauen auf dubiose Arbeitsangebote von Menschenhändlern hereinfallen, betreibt das Projekt in seiner Beratungsstelle, in Schulen und öffentlichen Diskussionsrunden Aufklärungsarbeit. Sozialpädagoginnen und Psychologinnen klären über die Tricks der Menschenhändler auf und informieren über die Möglichkeiten, legal im Ausland zu arbeiten.
Darüber hinaus bieten Mitarbeiterinnen der Beratungsstelle im Haus Malinowka Einzelberatung sowie Selbstbewusstseinstraining gegen Gewalt an Frauen an. Außerdem wurde ein „Vertrauenstelefon“ eingerichtet, bei dem zahlreiche junge Frauen ehrenamtlich mitarbeiten.
Unterstützen Sie das Malinowka-Projekt bei der Finanzierung von Personal-, Miet-, Büro- und Seminarkosten! Schon 25 StromwelchslerInnen ermöglichen die Durchführung eines Seminars, um Mädchen aus der Region über die Gefahren des Frauenhandels aufzuklären.
